Freiwilligendienst für alle

Quelle: dsj

dsj Sprecher*innentreffen 2025 setzte sich mit der Frage auseinander, wie Freiwilligendienste allen offenstehen können

Wie können Freiwilligendienste wirklich allen offenstehen? Das Treffen der Sprecher*innen der Freiwilligendienste im Sport zeigte: Neben Strukturveränderungen braucht es ein Weiterentwickeln und Umdenken.

Freiwilligendienste ermöglichen jungen Menschen Engagement, persönliche Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe. Doch nicht alle haben dieselben Zugangschancen. Wie können Freiwilligendienste offener und inklusiver werden? Dieser Frage stellten sich knapp 60 junge Freiwilligendienst-Sprecher*innen aus den Trägerorganisationen des Sports. Sprecher*innen im Freiwilligendienst sind gewählte Vertretungen der Freiwilligen, die deren Interessen gegenüber Trägern, Einsatzstellen und politischen Entscheidungsträger*innen vertreten. Sie setzen sich für bessere Rahmenbedingungen im Freiwilligendienst ein, organisieren Veranstaltungen und vernetzen Freiwillige untereinander. Jährlich holt die Deutsche Sportjugend Sprecher*innen aus dem ganzen Bundesgebiet zusammen. Nun wurde unter dem Motto „Mindset Matters“ klar: Neben strukturellen Verbesserungen braucht es eine Haltung, die Vielfalt fördert und Barrieren abbaut.

Ja, inklusive Strukturen können mit mehr Aufwand und Kosten verbunden sein. Ja, Einsatzstellen erwarten von Freiwilligen häufig bestimmte Kompetenzen, was dazu führen kann, dass Bewerber*innen mit besonderen Bedürfnissen von vornherein weniger Chancen auf eine Stelle haben. Aber Hürden für Freiwilligendienste entstehen nicht nur durch bürokratische Vorgaben, sondern auch durch Denkweisen und Erwartungshaltungen. Dort, wo Offenheit, Flexibilität und Unterstützung als Priorität gesehen werden, können Hürden aufgebrochen, Lösungen gefunden und Potenziale ausgeschöpft werden.

Digitale Werkzeuge und Kompetenzen können helfen, den Zugang zum Freiwilligendienst zu erleichtern. Deshalb erarbeiteten die Teilnehmenden eigene Homepages, um ihre Botschaften zu teilen. Die Ergebnisse sollen der Jahrestagung der Freiwilligendienste im Sport, die im Mai stattfindet, als Grundlage zur Weiterentwicklung von Qualität und Strukturen dienen.  

Nur wer versteht, wie Demokratie funktioniert, kann sich aktiv für Veränderungen einsetzen. Darum spielte auch politische Bildung beim Sprecher*innentreffen eine große Rolle. Ein Beispiel für gelebte Demokratie war die Wahl eines neuen Kontaktteams – ein System, das sich seit 2023 bewährt, um das Haupt- und Ehrenamt bei der Deutschen Sportjugend durch Impulse von jungen Engagierten zu unterstützen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion beschäftigten sich die Sprecher*innen zudem mit aktuellen politischen Themen, insbesondere der Debatte um einen Rechtsanspruch auf einen Freiwilligendienst: Eine von einer breiten Koalition entwickelte Vision, die wirklich allen jungen Menschen eine Teilnahme ermöglichen soll.

Letztlich zeigt sich: Strukturen können verändert werden (etwa durch einen Rechtsanspruch auf einen Freiwilligendienst!), doch erst ein offenes Mindset macht den Freiwilligendienst wirklich für alle zugänglich – denn echte Teilhabe beginnt in den Köpfen.


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